Praxistipp Bewerbung: Ihre Eintrittskarte ins Unternehmen

Eine perfekte Bewerbung ist der Türöffner für die Karriere. Bei Form und Inhalt zählt jedes Detail.


Online-Bewerbung

Fast alle Unternehmen bevorzugen Online-Bewerbungen. Aber es gibt auch Traditionalisten, die lieber Briefe lesen. Im Zweifel beim Unternehmen nachfragen, welcher Weg gewünscht ist.

  • Richten Sie Ihre Online-Bewerbung lieber an die persönliche E-Mail-Adresse des Ansprechpartners in der Personalabteilung als an eine Sammel-Adresse. Als Absender für Online-Bewerbungen sollte man eine seriöse E-Mail-Adresse im Format vorname.nachname@provider.de auswählen. Schnucki555@gmx.de geht gar nicht.
  • Nennen Sie in der Betreffzeile die Position, auf die Sie sich bewerben, und – falls vorhanden – deren Kennziffer aus der Stellenanzeige.
  • Online gelten prinzipiell dieselben Regeln wie für eine Papierbewerbung. So gehören zum Anschreiben eine korrekte Anrede und Grußformel. Smileys und Abkürzungen haben hier nichts verloren.
  • Das Anschreiben gehört ins E-Mail-Fenster.
  • Hängen Sie Lebenslauf und Zeugnisse (zusammenfassen) als pdf-Dateien an. Der Umfang sollte 3 MB nicht überschreiten. Beschränken Sie sich auf das aktuellste Zeugnis, falls die Datei sonst zu groß wird.
  • Checken Sie Ihre Bewerbung, indem Sie sie erst mal an sich selbst oder einen Freund schicken.


Anschreiben

Mit dem Anschreiben wollen Sie den Personaler von sich überzeugen. Versenden Sie deshalb keine „Massendrucksachen“, sondern formulieren Sie jedes Anschreiben individuell. Geben Sie Antwort auf die Fragen: Warum dieses Unternehmen? Warum diese Position? Und warum sind Sie der Richtige? Richten Sie Ihr Schreiben möglichst an einen konkreten Ansprechpartner im Unternehmen.

  • Ein origineller Einstieg weckt die Aufmerksamkeit des Personalers. Vermeiden Sie Floskeln oder einen geschraubten Stil. Schreiben Sie klar und präzise, nutzen Sie Aktiv- statt Passivsätze.
  • Gehen Sie in Ihrem Text auf die ausgeschriebene/angestrebte Position ein und stellen Sie einen Bezug zum Unternehmen her.
  • Warum sind Sie für den Job der Richtige? Nennen Sie Ihre wesentlichen Qualifikationen in Bezug auf die Position, aber wiederholen Sie dabei nicht Ihren Lebenslauf.
  • Stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel, aber tragen Sie auch nicht zu dick auf. Flunkern Sie nicht.
  • Machen Sie am Schluss des Anschreibens deutlich, dass Sie sich über ein Vorstellungsgespräch freuen würden.
  • Rechtschreibfehler sind ein echter Karrierekiller. Lesen Sie sehr sorgfältig Korrektur. 


Bewerbungsfoto

Das Bewerbungsfoto ist Ihre visuelle Visitenkarte. Es soll Sie ins rechte Licht rücken, Ihre Persönlichkeit unterstreichen und einen sympathischen Eindruck vermitteln.

  • Schnappschüsse sind tabu – der Gang zum Profifotografen lohnt sich. Verabreden Sie einen Termin und nehmen Sie mehrere Outfits mit. Wählen Sie Kleidung, die zum angestrebten Job passt. Manche Studios beschäftigen Visagisten, die sich um Make-up und Frisur kümmern. Grundsätzlich gilt: Lieber dezent und seriös als knallig und schrill.
  • Ob Sie sich für Farbe oder eine Schwarzweiß-Aufnahme entscheiden, ist Ihrem Geschmack überlassen.
  • Vorsicht bei Verschönerungen durch Photoshop & Co: Einen Pickel darf man zur Not wegretuschieren, mehr sollte man nicht verändern.
  • Es gibt zwei Möglichkeiten, das Bewerbungsfoto unterzubringen: Wenn Sie es in der rechten oberen Ecke des Lebenslaufs platzieren, sollte es etwas größer als ein Passfoto sein. Entscheiden Sie sich für eine eigene Fotoseite, ist es deutlich größer als ein Passfoto.


Lebenslauf

Der Lebenslauf ist das Herzstück jeder Bewerbung. Viele Personaler lesen ihn noch vor dem Anschreiben. Entsprechend viel Mühe sollten Sie darauf verwenden, Ihren Werdegang so lesefreundlich, strukturiert, anschaulich und lückenlos wie möglich zu gestalten.

  • Die tabellarische Form hat sich bewährt. Versuchen Sie, mit zwei Din-A4-Seiten auszukommen. Nutzen Sie eine gut lesbare Schriftart wie beispielsweise Calibra oder Myriad Pro in Größe 12. Seien Sie sparsam mit gestalterischen Elementen wie Unterstreichungen oder Fettungen. In die rechte obere Ecke der ersten Seiten gehört Ihr Foto.
  • Den ersten Teil des Lebenslaufes bilden Ihre persönlichen Daten: Name, Anschrift, Geburtsdatum und -ort, Telefonnummern (Festnetz und mobil), E-Mail-Adresse und Familienstand.
  • Im zweiten Teil ist umgekehrte Chronologie ein Muss, und der rote Faden der Hauptbeschäftigung muss erkennbar sein. Zuerst kommt also das, was Sie derzeit machen, danach geht es rückwärts bis zur Schule zurück. Achten Sie dabei auf Struktur und sinnvolle Überschriften, zum Beispiel „Berufserfahrung“, Studium und Praktika“, „Ausbildung“ etc. Nennen Sie zu jeder Tätigkeit den Zeitraum (Monat/Jahr) und ein paar inhaltliche Stichworte. Auch Fremdsprachen- und/oder EDV-Kenntnisse, Fortbildungen, Auslandsaufenthalte, weitere Kenntnisse/Aktivitäten und relevante Hobbys gehören in den Lebenslauf.
  • Lücken im Lebenslauf? Schummeln ist keine Lösung, das fällt früher oder später auf. Versuchen Sie, solche Zeiträume positiv zu erklären.
  • Der Lebenslauf endet mit Ort, Datum und Unterschrift. Bei digitalen Bewerbungen kann die Unterschrift eingescannt oder einfach getippt werden.