Lebensmittel-Industrie: Das Who´s who der Warenwelt

Die Konsumgüterindustrie beliefert den Handel mit einer unerschöpflichen Menge an Artikeln. Manche Hersteller, vor allem Global Player, tummeln sich in mehreren Kategorien. Andere spezialisieren sich auf bestimmte Sortimente. Wer in wichtigen Warengruppen die Nase vorn hat, zeigt diese Übersicht.

Mega-Marken-Macher

Die Produkte der Big Player im Konsumgüter-Business sind nicht nur in einem Sortiment zuhause. Nestlé als größter Foodhersteller der Welt ist der Absender so unterschiedlicher Brands wie Maggi und Nespresso, Mövenpick und Vittel. Ob Tierfutter oder Frühstücksflocken: Der Schweizer Konzern mischt in vielen Bereichen mit und steht an der Spitze der Lieferanten des deutschen Lebensmitteleinzelhandels, gefolgt von der Oetker-Gruppe. Das Bielefelder Traditionsunternehmen ist mit seiner von Pizza bis Pudding reichenden Nahrungsmittelsparte (Dr. Oetker) in 40 Ländern aktiv.  Zudem gehören Bier und alkoholfreie Getränke (Radeberger Gruppe) sowie Wein, Sekt und Spirituosen (Henkell & Co.) dazu. Ebenso wie Oetker ist die US-amerikanische Company Mars ein Familienunternehmen. Sie zählt Marken wie Milky Way, Wrigley, Uncle Ben’s und Whiskas zum Portfolio. Ein ähnlich breit gefächertes Angebot macht der britisch-niederländische Unilever-Konzern seinen Handelskunden: Er stellt Nahrungsmittel (Knorr, Langnese), Körperpflege-(Axe, Dove) und Reinigungsprodukte (Omo, Domestos) her.


Schön sauber

Ariel, Pampers, Pantene: Die Procter & Gamble ist der bedeutendste Hersteller von Waschmitteln, Windeln und Kosmetik. Nach Nestlé ist der US-Konzern der zweitgrößte Lieferant von Fast Moving Consumer Goods weltweit. Hierzulande heißt das Flaggschiff Henkel. Die Düsseldorfer produzieren neben Persil und Pril auch Schauma und Theramed. Während der DAX-Konzern seinen Firmennamen gegenüber dem Konsumenten bewusst kommuniziert, hält sich Reckitt Benckiser diesbezüglich bedeckt. Der Unternehmensname dürfte nur Eingeweihten ein Begriff sein. RB besetzt lukrative Nischen. Mit Spezialerzeugnissen wie Sagrotan oder Cillit Bang bewegt sich der Hersteller unterhalb des Preisradars der Kunden. Schönheit ist das Metier von L’Oréal. Der französische Beauty-Konzern bedient nicht nur das Luxussegment, sondern auch den Massenmarkt (Garnier, Maybelline, L’Oréal Paris). Auf den zielt der Hamburger Kosmetikhersteller Beiersdorf ebenfalls ab, vor allem mit seiner Markenikone Nivea.


Tierisch lecker

Produzenten von Fleisch und Wurst haben zurzeit wenig zu lachen. Zwar steht ihr Bereich für ein Viertel des Umsatzes der gesamten Ernährungsindustrie. Doch Vegetarier und Veganer vermiesen ihnen das Image ebenso wie Skandalmeldungen rund um den Stall. Deshalb geht die Branche in die Offensive. An der jüngsten Initiative zum Tierwohl beteiligen sich große Händler und Fleischverarbeiter wie etwa die Vion Food Group und Tönnies (Tillmann’s). Die beiden schlachten in Deutschland die meisten Schweine und Rinder. Westfleisch startete schon früh mit einem eigenen Konzept. Die PHW-Gruppe (Wiesenhof) lässt ihren „Privathof“- Hähnchen mehr Auslauf und Zeit zum Wachsen. Wie man den Veggie-Trend kreativ umsetzen kann, zeigt Wursthersteller Rügenwalder Mühle. Er bringt einfach selbst fleischlose Produkte auf den Markt.


Die Milch macht´s

DMK: Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich der größte Milchkonzern der Republik. Das Deutsche Milch Kontor verarbeitet fast sieben Milliarden Kilogramm Milch zu Käse und Milchfrischprodukten (Milram), Zutaten für weiterverarbeitende Lebensmittelhersteller, Eiskrem und Babynahrung (Humana). DMK beschäftigt mehr als 7100 Mitarbeiter. Der zweite Big Player in dem Segment ist dieTheo Müller (Joghurt mit der Ecke, Froop) in Aretsried. Ihr größtes Werk befindet sich in Leppersdorf bei Dresden. Die Premium-Range (Weihenstephan) wird im bayrischen Freising hergestellt. Die französische Danone-Gruppe erzielt mehr als die Hälfte ihres Umsatzes mit Molkereierzeugnissen. Mit Brands wie Actimel, Activia, Fruchtzwerge und Dany Sahne ist die deutsche Tochtergesellschaft der führende Markenartikler in der Kategorie. Allerdings hat sie seit geraumer Zeit mit Umsatzrückgängen zu kämpfen.


Erfrischende Vielfalt

Zwölf Cent von jedem Euro, der in die Kassen des Lebensmittelhandels fließt, wird für Getränke ausgegeben. Bei den alkoholfreien Erfrischungsgetränken (AfG) kommt man an Coca-Cola nicht vorbei. Die US-Traditionsmarke ist eine der bekanntesten der Welt. Das Sortiment umfasst 80 weitere Marken wie Fanta, Sprite oder Apollinaris. Rivale PepsiCo hat in Deutschland nur ein Viertel der Marktbedeutung der Nummer eins. Auch der Handel mischt in der AfG-Produktion kräftig mit: Die mitteldeutsche Erfrischungsgetränke GmbH (MEG), eine hundertprozentige Lidl-Tochter, ist hierzulande der größte Mineralbrunnenverbund. Beim Bier dominiert die zu Oetker gehörende Radeberger Gruppe, gefolgt von der hiesigen Dependance des brasilianisch-belgischen Konzerns Anheiser Busch InBev (Beck’s,Franziskaner) und der Bitburger Brauerei, die sich in Privatbesitz befindet. Die Branche leidet seit Jahren unter dem nachlassenden Bierdurst der Bundesbürge. Mit neuen Kreationen wie Biermix-Getränken, aber auch alhoholfreien Trendprodukten wie Fassbrause halten die Brauer dagegen.


Süße Verführung

Süßwaren stehen selten auf dem Einkaufszettel. Der Kunde packt die Impulsartikel spontan am Regal oder in der Kassenzone in seinen Einkaufswagen. Der italienische Familienkonzern Ferrero ist mit der „Kinder“-Range, Pralinen und Nutella der bedeutendste Hersteller der Branche, die hierzulande rund 50 000 Menschen beschäftigt. Der deutsche Wettbewerber Storck aus Berlin produziert Bonbons (Nimm 2, Werther’s Original), Schokoladenwaren (Merci) und Dickmann’s Schaumküsse. Die Goldbären von Haribo sind jedem ein Begriff. Wie alle großen deutschen Süßwarenhersteller setzt das Unternehmen auch auf Naschkatzen im Ausland und exportiert sein buntes Sortiment in alle Welt. Storck erzielt zwei Drittel seiner Umsätze außerhalb Deutschlands. Auch der Kekshersteller Bahlsen (Leibniz, Pick up) blickt auf Europa und Übersee, weil sich auf dem heimischen Markt nur noch begrenzt Wachstum generieren lässt.

 
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